Ist jemand in
Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist
geworden.
Die Bibel, 2. Korinther 5, 17
(Walter Habdank)
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
„Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht“, heißt es in einem Lied der Fantastischen Vier. Richtig, einfach macht es uns Jesus nicht, wenn er an die Bitte um Vergebung der eigenen Schuld den nächsten Schritt anschließt, den Menschen zu vergeben, die mir gegenüber schuldig geworden sind. Da wäre es doch viel einfacher zu sagen: mit dem will ich nichts mehr zu tun haben! Da bin ich doch lieber mein Leben lang sauer und nachtragend. Wenn Gott mir vergibt, dann kann er ja auch den anderen vergeben. Was hab ich damit zu tun? Dieses Denken zerstört Freundschaften, Ehen, Familien, führt zu Gewalt und Kriegen. Solches Denken grenzt Menschen aus und versperrt ihnen den Weg zurück. Dieses Denken übersieht, wie ich selbst Vergebung benötige, um leben zu können, auch von den Menschen, an denen ich schuldig geworden bin. Das ist schwer. Doch nicht umsonst hat Jesus uns gelehrt, zunächst um die Vergebung der eigenen Schuld zu bitten.
„Simul iustus et peccator“, sowohl Sünder als auch Gerechter. Mit diesen Worten beschrieb Martin Luther das Dasein des Menschen. Gott spricht uns gerecht, rein aus Gnade und Liebe. Doch immer sind wir auch Sünder. Daher gilt es, wie es ebenfalls der Reformator ausgedrückt hat, den „alten Adam täglich in uns zu ersäufen“.
Von selbst können wir uns nicht befreien. Dafür bedarf es der Gnade und Zuwendung Gottes. Folgerichtig bekennen wir unsere Sünden und bitte um Vergebung.
Luther spricht von der „Freiheit eines Christenmenschen“, in die Gott den Menschen durch seine vorauseilende Liebe und Gnade versetzt hat. In diesem Zustand der „Gerechtigkeit“ ist der Christenmensch in der Lage, Werke zu tun, die zwar nicht gut machen, aber gut sind, wie die Früchte eines guten Baumes. Dann wird der Mensch „wieder ins Paradies versetzt und von Neuem geschaffen“. Was für eine Aussicht nach einem Streit, sich wieder in den Arm nehmen und genommen werden zu können.
Sicher ist es nicht leicht, seine Schuld einzugestehen. Es ist auch nicht immer leicht zu vergeben. Aber es geht und wirkt sehr befreiend. Gott sei Dank!
(frei nach B.D.)
Der neue Mensch ist da! Das Alte ist vergangen! Neues ist geworden!
Paulus hat eine revolutionäre Botschaft, damals, wie heute:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Der neue Mensch ist da! Das Alte ist vergangen! Neues ist geworden!
Haben wir uns an die vertrauten Sätze der Bibel gewöhnt, so gewöhnt, dass sie uns nicht mehr vom Hocker reißen? Stimmen wir Kinder unsrer Zeit mit hängenden Schultern ein in das Jammern und Klagen unsrer Zeit?
Neues ist geworden! Das Alte ist vergangen!
"Paulus, du bist ein Phantast", sind wir geneigt zu sagen. "Schlag einmal die Zeitung auf und du bist eines besseren belehrt. Schau einmal hinter die Fassade einer Firma und du weißt, wie es zugeht. Mach einen Besuch im Krankenhaus oder geh den Leuten auf dem Friedhof nach, dann hörst du, dass uns die alte Erde festhält mit Sorgen, Krankheit und Tod."
"Nein, rechnet mich nicht unter die Phantasten oder die unverbesserlichen Weltverbesserer", antwortet uns Paulus. "Leid, Schmerz und Tränen, die alte Erde, kenne ich nur zu gut. Und dennoch, es gilt, es ist wahr, gegen allen Augenschein: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen.
"Ist jemand in Christus"? - lassen Sie uns genau hinhören.
"In Christus sein" ist also die Vorbedingung für das Neue.
Jesus bietet uns zum Verstehen das Bild vom Weinstock und den Reben an, das Bild dieser kreatürlichen, lebensnotwendigen Verbindung. "Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht." In ihm bleiben heißt angeschlossen sein an, umschlossen sein vom überfließenden Strom des Lebendigen, heißt üppiges Wachsen und reichliche Frucht. Aber was bedeutet für diese innige Lebensgemeinschaft das Kreuz, der Tod Jesu "des Weinstocks", was bedeutet seine Auferstehung, sein neues Leben? Paulus ist davon überzeugt und er argumentiert logisch folgernd (vste): Wer so eng, so innig, so einig mit Christus verbunden lebt, ist mit ihm gestorben: "das Alte ist vergangen", und wird auch mit ihm leben: "Neues ist geworden."
Auf Golgatha ist der alten Welt der Todesstoß versetzt worden. Der Welt, die sich selbst genug ist, die sich selbst zum Maßstab erhoben hat, die Gott nicht braucht neben all ihren Göttern. In der Ohnmacht des Kreuzes wurden alle Mächte der Welt aus den Angeln gehoben.
"Glaubst Du das?" ist jede und jeder einzelne von uns gefragt. Glaubst Du das auch angesichts der tagtäglichen Todesmeldungen aus Afghanistan, angesichts brennender Kirchen in Ägypten, angesichts der Krebserkrankung deiner Frau? Glauben wir das, auch dann, wenn die alte Welt mit ihrem Streit, in ihrem Leid und ihrer Hoffnungslosigkeit uns so übermächtig erscheint?
Angesichts all dessen -und noch vielem mehr - müssen wir uns - so wie Paulus die Korinther - heute und immer wieder neu gegenseitig bestärken, erinnern und ermutigen: Mach dich in Christus unverbrüchlich fest wie eine Rebe am Weinstock, bleib Kind in Christus, und du wirst erfahren, dass er der neue Herr aller alten Herren ist, deren Macht über dich ist vorbei. Und mehr noch: In ihm ist mit ihm das Alte in dir selbst gestorben: deine Überlebensängste, deine Machtansprüche, deine Schuldenlasten. In ihm bist du seit dem Ostermorgen eine neue Kreatur, im Auferstandenen bist du eine neue Schöpfung. Du hast nicht nur Teil an der Neuschöpfung Gottes, in Christus bist du "der neue Mensch":
Der neue Mensch, der in Frieden mit seinem Schöpfer lebt und im Frieden mit seinen Mitgeschöpfen.
Der neue Mensch, der nicht mehr in sich selbst gefangen lebt, sondern lebt in Christus und dadurch frei wird für andere.
Der neue Mensch, der nicht mehr sich selbst anklagen muss, nicht mehr sich selbst rechtfertigen will, sondern gerechtfertigt ist in Christus. Der als Versöhnter in einer unversöhnlichen Welt Versöhnung leben kann, als Angenommene in einer erfolgsorientierten Welt Abgelehnte, "Wertlose", Schwache lieben kann.
Der neue Mensch, der Tod und Leben nicht in sich selbst hat, sondern in Christus. Der in Ängsten doch geborgen lebt, der in Traurigkeit um den wahren Tröster weiß, der im Sterben dem Leben entgegen geht.
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Siehe, Neues ist geworden.
Ganz selten gebraucht Paulus das Wort idou - siehe - siehe, Neues ist geworden, also ist dieses idou wichtig. Jesus gebraucht es immer wieder wie ein rotes Ausrufezeichen:
siehe, schau genau hin, mach die Augen auf; siehe, es gilt etwas zu entdecken, was man nicht auf den ersten Blick erkennt; sieh glaubend hinter den Horizont; siehe, Neues ist geworden..
In Kreuz und Auferstehung hat Gott mit dieser alten Welt noch einmal neu angefangen, noch einmal sein schöpferisches Wort gesprochen: Es werde Licht. Und es ward Licht. Denn Gott hat diese alte Welt mit sich versöhnt. Über der alten dunklen Erde ging das Licht des Ostermorgens auf.
Nicht vorstellbar, nicht denkbar. Und doch wahr!
Wir meinen oft, davon so wenig, zu wenig zu sehen. Doch sieh genau hin, sieh glaubend hin. Und werde Zeuge einer neuen Wirklichkeit. Einer Wirklichkeit, die außerhalb menschlicher Möglichkeiten, außerhalb menschlicher Selbstmächtigkeiten, liegt. Durch das Todesgericht auf Golgatha, durch den Tod des einen, sind alle gestorben. Und weil er lebt, der Erstling der neuen Kreatur, steht allen die Möglichkeit neuer Gemeinschaft mit Gott offen. Siehe, Neues ist geworden. Gott lädt uns ein. Diese neue Gemeinschaft wird schon im Hier und Heute den Glaubenden, den in Christus Lebenden, den neuen Menschen zur Wirklichkeit.
Können Sie sich jetzt, - nein: kann Jesus Christus Sie jetzt aufrichten, stärken, ermutigen, neu beauftragen, senden? Ihm sei Dank. Dank für den Blick über den Horizont. Wenn wir uns im Hier und Heute umschauen wissen wir, dass es da ein "Noch-Nicht" gibt, dass da noch soviel Altes ist.
"Siehe, ich mache alles neu", steht als Verheißung unsres Herrn über diesem Tag. Als Verheißung über allen Tagen bis zu seinem großen Tag.
Renate Klingler
Siehe, ich mache alles neu!
Kinder des Lichtes
Die Bibel, Epheser 5, 15 - 17
Achtet nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt! Tut das nicht als Unverständige, sondern als weise Menschen. Nutzt die Lebenszeit, die euch von Gott gegeben ist, dabei ganz aus, denn die Tage, in denen wir leben, sind von Bosheit durchdrungen. Lasst euch also nicht verdummen, sondern bemüht euch darum, den Willen von Jesus, dem Herrn, zu erkennen.
(Übersetzung DAS BUCH, Roland Werner Marburg)
Hinüber
Unglaublich, das ist einer, mit dem man sprechen kann, über Millionen Lichtjahre und Galaxien, der sich kümmert um dich, als wärst du etwas. Wenn das kein Trost ist in der Welt der Treulosen, der Autounfälle, Kindervergifter, Landesverräter und Mörder. Gott ist kein Schuft...
Lasst ihn wirken! Er soll auch was tun, den ganzen Rest. Es ist ja schließlich seine Welt. Bis wir hinüber sind. Beim Saphir, beim Grundstein des zweiten Tores der ewigen Stadt, der aus Glas und Gold, könnten wir einander treffen. Nehmt doch noch etliche mit! Fast bin ich sicher, wir könnten es schaffen. (Erich Bozenta, Hinüber, in: Von Person zu Person, 1983)

(Joachim Domning, Vituswerk Meppen)
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel
und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
(Die Bibel, Offenbarung 21, 1.3.4)
Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
(Die Bibel, Offenbarung 21, 1.3.4)
