(Walter Habdank)
Zorn und Zärtlichkeit
Ökumenisches Netz Deutschland:
Wir stehen vor einem Scherbenhaufen aus globalen Krisen.
Trotz hoher wirtschaftlicher Wachstumsraten über zwei Jahrzehnte leben 2,6 Milliarden Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Die Preise für Lebensmittel, Öl und andere Rohstoffe explodieren. Auf allen Kontinenten wächst die Kluft zwischen Arm und Reich. Menschen werden aus ihrer Heimat vertrieben, Hunderttausende sterben in kleinen und großen Kriegen. Das Erdklima wird wärmer, Natur wird zerstört. Arten sterben aus. Die Belastbarkeit des Planeten stößt an ihre Grenzen. Diese globalen Krisen sind keine Naturereignisse. Sie sind die Folgen von Entscheidungen, die Menschen getroffen oder versäumt haben. Deshalb fordern diese Krisen uns als Christen heraus. Wir engagieren uns in unterschiedlicher Form für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Und wir werden nicht zulassen, dass Mensch und Natur weltweit wirtschaftlichen und politischen Machtinteressen geopfert werden. Denn wir wissen aus unserem Engagement: Eine andere Welt ist möglich, wenn der Wille dazu da ist.
Die Zeit ist reif: Fair teilen statt sozial spalten!
PRESSEMITTEILUNG des Deutschen
Katholischen Missionsrats (Miserior)
Das Unrecht der Welt als Volk Gottes überwinden
„Aufruf für eine prophetische Kirche“
Auszug, http://www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de/pdf/PK%20Statement%20Sayer.pdf
Prozess des Nachdenkens über Schritte verantwortlichen Handelns...
„Prophetisch handeln heißt, sich auf die Suche nach neuen Denkmodellen, nach anderen Lebens- und Beziehungsformen zu machen“.
Dieses Handeln sei nötig aus der Überzeugung, dass die Menschheit vor mehreren miteinander verzahnten, die Existenz bedrohenden Krisen biblischen Ausmaßes stehe: Klima- und Energiekrise, Nahrungsmittelkrise, Finanz- und Wirtschaftskrise. Die bisher gezeigten Lösungsansätze erwiesen sich lediglich als „Symbolpolitik mit Placeboeffekt“.
Der Aufruf richtet sich an Christinnen und Christen und an Verantwortungsträger in der Kirche, nicht nur die Kirche selbst zu erneuern, sondern die großen Aufgaben der Welt glaubwürdig aufzugreifen. „Die Sprachlosigkeit muss ein Ende haben! Unsere Kirche ist kein Selbstzweck, sondern Vehikel für die Frohe Botschaft“, fordert Birgit Zenker. „Zeugnis geben bedeutet, sich für gerechte Strukturen einzusetzen.“
http://www.misereor.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen-detais/article/das-unrecht-der-welt-als-volk-gottes-ueberwinden.html)
HINSEHEN – EINMISCHEN – MITMISCHEN – BESSER MACHEN
Aktionen, Petitionen, Überzeugungsarbeit,
Zeichen setzen für einen Neuanfang!
Mitbürger gewinnen zum Mitmachen.
Gemeinsam sind wir stark!
Politiker an ihre Verantwortung erinnern.
Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen.
Für bessere Wirtschaftsgesetze und
soziale Gerechtigkeit stimmen.
Aufdecken, Fakten sammeln gegen
Korruption und unrechtmäßige Bereicherung.
Gegen Militarismus und die Vernichtung von Existenzen,
gegen die Verschwendung von Ressourcen.
Fair gehandelte Produkte kaufen.
Missions-, Hilfswerke und Bedürftige finanziell unterstützen.
Unsere Gedanken, Worte und Taten zählen!
A u f - g a b e
Abgeben, loslassen tut weh. Diese Hürde und die damit verbundenen Ängste, anerzogenes und verbogenes Verhalten, den Egoismus, die Besitzgier und das Machtstreben zu überwinden, das ist unsere erste und zuinnerst eigene Auf-gabe. Wir kommen zu einem neuen Selbstverständnis: vom Haben zum Sein!
Vom Haben zum Sein?
Ich definiere mich nicht über meine Vernunft, mein Eigentum, mein Wissen, meine Vorstellungen, meine Herkunft, mein Ansehen und mein Aussehen...
Alles ist nur ein Geschenk. Und all das bin ich bereit zu teilen, ja, in letzter Konsequenz her zu geben (ab zu scheiden, ab zu lösen), denn ich habe keinen Anspruch darauf, keinen Verdienst daran. Mir frei gegeben und frei empfangen, so ist alles nur geliehen und auf Zeit überlassen.
Was mache ich daraus?
Wann werden wir je verstehen... dass unsere B E Z I E H U N G E N * wichtiger sind als GELD?
*Das ist die herzliche Beziehung zu anderen Menschen, der Mitwelt und zu Gott... Geld ist nur ein Tauschmittel - Das LEBEN, LIEBEN und SEIN, deine Existenz sind unersetzlich, nicht käuftlich oder austauschbar - mit Geld kann man eben nicht alles (Glück) kaufen.
Jesus spricht: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. (Matth. 18, 3)

(Walter Habdank)
Das weltweite Gebet zum 10.10.10 – micha2010.de
Großer und mächtiger Gott, du hältst deine Versprechen
und bist voller Liebe und Treue zu allen, die dich ehren und auf dein Wort hören;
höre unser Gebet.
Wir beten für diejenigen, die in Armut leben,
wir rufen zu dir im Namen derjenigen, denen Gerechtigkeit verwehrt bleibt
und wir weinen vor dir mit allen, die leiden.
Wir bekennen, dass wir nicht immer auf dich gehört haben.
Wir haben deine Gebote missachtet
und wir haben deinen Ruf nach Gerechtigkeit überhört.
Wir haben uns von unseren Eigeninteressen leiten lassen
und in geistlicher Armut gelebt.
Bitte vergib uns.
Wir erinnern uns an dein Versprechen
die Hungrigen mit guten Dingen zu beschenken,
die Unterdrückten durch deine mächtige Hand zu befreien
und Frieden im Land herzustellen.
Gott, unser Vater,
hilf uns deine Gerechtigkeit und deine Gnade in Demut zu verkünden,
damit wir deinen Willen tun und uns durch die Kraft deines Heiligen Geistes
gegen die Unmenschlichkeit extremer Armut engagieren können.
Als Teil deiner weltweiten Kirche stehen wir vor dir.
Mit Millionen anderer beten wir zu dir und preisen und loben dich.
Unsere Worte und Taten sollen deine vollkommene Güte,
deine Liebe und Gerechtigkeit gegenüber den Mächtigen und den Entrechteten,
gegenüber den Starken und den Schwachen, den Reichen und den Armen verkünden,
damit dein Königreich zu uns komme, wie im Himmel so auf Erden. Amen.
www.micha2010.de
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Predigt über 1. Petr. 2, 21-25, (18. April 2010)
Der Mann saß regungslos auf dem ausgedörrten Erdboden unter glühender Sonne mitten auf dem abschüssigen Feld. Neben sich ein Gestell aus Holzstangen mit Tüchern zum Schlafen und zum Schutz vor dem Regen. Schwer zu schätzen, wie alt er war: 70 Jahre oder 60 Jahre. Ein Leben lang habe er in der Landwirtschaft gearbeitet, zuletzt bei einem Bauern mehr als zehn Jahre, erzählt er dem Besucher. Nein, Rente bekomme er nicht, keinen Pfennig. Einer der vielen Obdachlosen dieser Erde, von denen es in Deutschland 860 000 Menschen gibt. Sein Wohnort war Südafrika. In den Jahren 1950-1990 hatte die weiße Regierung die schwarze Bevölkerung, 77 % der Einwohner mit Zwangsmaßnahmen umgesiedelt, auf 13 % des Landes zusammengedrängt und von allen politischen und sozialen Rechten ausgeschlossen. Erst ein langer Kampf der schwarzen Organisationen und internationaler Druck führte zu der Wende, die den Führer der Schwarzen Nelson Mandela nach 27 jähriger Gefangenschaft auf den Präsidenten-Stuhl brachte. 1994 gab es nach der Zeit der so genannten Apartheid, der Trennung von schwarzen und weißen Menschen, die ersten freien Wahlen. Die so genannte Wahrheitskommission unter dem schwarzen Erzbischof Desmond Tutu versuchte, durch Anhörung von Zeugen die zahlreichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzuklären, die das Apartheit-Regime begangen hatte. Ihr Ziel war es, Opfer und Täter in einen “Dialog” zu bringen und somit eine Grundlage für die Versöhnung der zerstrittenen Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Den Angeklagten wurde Amnestie zugesagt, wenn sie ihre Taten zugaben, den Opfern wurde finanzielle Hilfe versprochen. Bis in unsere Zeit gibt es das also noch: Menschen letzter Klasse, fast vergleichbar den Sklaven des Altertums.
Besonders die US-Amerikaner wissen, was Sklaverei bedeutete. Der Film „Roots“, „Wurzeln“ im Jahr 1977 handelte von dem aus Afrika verschleppten Sklaven Kunta Kinte und seinem heroischen Aufbegehren. Er brachte die geschichtliche Erinnerung zurück. Sklaverei hieß: Menschen wurden als Eigentum wie Pferde, Rinder oder Haushaltsgegenstände behandelt. Sklaverei hieß: Täglich 15-20 Stunden arbeiten, geschlagen werden, wenn man Erschöpfung zeigte. Frauen wurden drei Wochen nach der Entbindung wieder auf die Felder gejagt. Wer floh, wurde oft getötet. Und wer über diesen Mord trauerte, wurde ausgepeitscht. Seit dem 15. Jahrhundert sind mindestens 50 Millionen, wahrscheinlich aber 100 Millionen Menschen aus Afrika verschleppt worden. Man schätzt: Pro einem verkauften Sklaven kamen vier um. 600 Dollar war der Durchschnittpreis für einen Sklaven. 1860 lebten in Nordamerika vier Millionen von ihnen.
Wie lebten solche Menschen letzter Klasse, wie lebten die Sklaven? Sind sie untergegangen in Verzweiflung? Sind sie ausgebrochen in wildem Hass auf die Gesellschaft? Haben sie ihren Peinigern Rache geschworen? Das wäre die normale Reaktion gequälter Menschen gewesen. Die nur noch ihre Ketten zu verlieren haben, sind zu allem entschlossen. Menschen, die andere grausam unterdrücken, sitzen auf einem Pulverfass. Lieder der Verzweiflung oder Lieder der Rache werden von den Gequälten gesungen. Aber es gibt noch ein anderes.
„Nobody knows the trouble, I`ve seen, nobody knows, but Jesus.“ “Keiner kennt mein Elend, keiner, nur Jesus”, beginnt der berühmte geistliche Gesang schwarzer Sklaven damals in den USA. Und er geht zurück auf die Worte der christlichen Gemeinde zur Zeit des Neuen Testaments. So wie dieser schwarze Sänger redete auch der Erste Petrusbrief zu den Schwestern und Brüdern in der Sklaverei.
1. Petr. 2, 21 Denn dazu seid ihr
berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild
hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen;
22 er, der
keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;
23 der
nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt,
er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet;
24 der
unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz,
damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine
Wunden seid ihr heil geworden.
25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe;
aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
„Unrecht“ erleiden sie. „Übel“ ertragen sie. Trotz „guter Taten“ werden sie „geschlagen“. Wäre das nicht Grund genug, am Leben zu verzweifeln, das Leben als sinnlos und wertlos anzusehen? Sollte man daraus nicht schließen, dass Gott sie verlassen hat und der Glaube an Gott für sie sinnlos ist? Ist Gott vielleicht doch nur mit den „stärksten Bataillonen? Wie die Zyniker der Macht später gesagt haben. Ist es so, dass nur Geld die Welt regiert?
Nein, das ist das Erstaunliche: Gerade den leidenden und Gequälten, den Erniedrigten und Beleidigten spricht der Apostel die Gnade Gottes zu. Gott ist bei denen, die Unrecht leiden, bezeugt seine „Gunst“ denen, deren gute Taten böse vergolten werden. Gottes Himmel ist nicht die Bestätigung irdischer ungerechter Zustände. Im Gegenteil haben die ungerecht Herrschenden Gottes Richterspruch noch zu fürchten (V. 23). Und die unschuldig Leidenden sollen wissen: Gerade sie sind Gott besonders nahe.
Woher kommt diese Gewissheit? Jetzt malt der Apostel für die unterdrückten Christinnen und Christen in Kleinasien das Bild von der Passion. Und vielleicht kannst Du Dir das auch vorstellen: Die Predigt für die Leidenden vermag die Leiden Christi vor Augen zu stellen. So, dass sie auch den rühren können, der ein böses und grausames Herz hat, der Schultern zuckend am Elend der Gequälten vorüber geht und denkt: Was geht´s mich an. Nichts sehen, nichts hören nichts wissen wollen.

(Walter Habdank)
Du siehst Christus auf diesem Bild, wie er als König, machtlos mit einer Krone aus Dornen, verhöhnt und verspottet wird. Wie er leidet, nicht allein unter Schmerzen der Folter. Besonders auch an der Bosheit, die sich gegen ihn richtet, deren ganzes Ausmaß an seinen leiden sichtbar wird. Wie sehr der Mensch einen anderen Menschen quälen kann, ist an der Qual dieses Menschen sichtbar geworden. Und doch blieb er der gute Mensch, der Mensch wie Gott ihn haben will. Er wurde der Versöhner. Denn er vergalt nicht Böses mit Bösem.
Kann dieser Christus, leidend und bei den Leidenden auch für dich etwas tun? Wie groß ist die Gruppe der Spötter, der Gleichgültigen oder Hochmütigen, die vor dem leidenden Jesus stehen? Hast du auch einmal dazu gehört? Oder waren dir seine Worte ganz gleichgültig gewesen? Oder hast du auch einmal hochmütig gedacht, du brauchst ihn und sein Wort nicht? Sieh ihn an! Er verkraftet auch deinen Spott, deinen Hochmut, deine Gleichgültigkeit. Sieh ihn an, wie er da hängt, leidend und von allen verlassen, ja verhöhnt. Merkst du vielleicht, dass du ihm keine große Hilfe bisher warst mit deinem Spott oder deinem Hochmut oder deiner Gleichgültigkeit? Und wenn du erkennst, dass du dich auch nicht nobler verhalten hast als Petrus, der ihn verleugnete, als es gefährlich zu werden schien, zu seiner Clique zu gehören, vielleicht auch nicht nobler als die Gaffenden, die hochmütig auf sein Leiden herab sehen, vielleicht auch sogar nicht nobler als Judas, der nur noch an sein Geld dachte und dem Treue dagegen nichts wert war - wenn du dich so vor dem Kreuz erkennst, dann hörst du seinen Ruf: „Vater vergib ihnen!“ Und dann ist dir vergeben. Dann bist du „durch seine Wunden heil“ geworden. Denn dazu nahm er das Leiden auf sich, um die Liebe Gottes durchzuhalten und zu bestätigen und hinweg zu tragen die Folgen der Bosheit, indem er es sogar noch mit den Schuldigen aushielt, die die Folgen ihrer Taten nicht mehr verantworten können. Christus versöhnt uns mit Gott. Christus versöhnt Menschen mit Mitmenschen.
Wie antworten wir auf seine Liebe? Er ist unser Vorbild; seinen Spuren sollen wir nachfolgen, sagt der Apostel. Und das ist eben „Nachfolge“, wie die leidenden Christen und Christinnen in der Sklaverei lernen: Lieber Unrecht leiden als Unrecht tun; lieber wegen guter Taten geschlagen werden als durch schlechte Taten aufzufallen. Wie Christus heraustreten aus dem Kreislauf der Gewalt. Auf Beschimpfung nicht mit Beschimpfung antworten. Auf Drohung nicht mit Drohung. Überhaupt dieses ganze Freund-Feind-Schema überwinden. Nicht die Sünde – die Entfremdung zwischen Mensch und Mitmensch, die Schizophrenie des Egoismus, die Entfremdung zwischen Mensch und Gott – nicht die Sünde soll regieren, sondern Christus, dessen Macht der Liebe in Kreuz und Auferstehung die Sünde überwindet. Seiner Macht der Liebe und Versöhnung ist die Zukunft verheißen, den Barmherzigen und Friedfertigen das Reich Gottes.
Das ist der Aufruf an die Nachfolger/innen Christi, die ihrem Herrn das Kreuz nachtragen. Immer wieder begegnet der Aufruf zwei Einwänden. „Sklavenmoral“ sagte der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) verächtlich und predigte den „Übermenschen“. Auf ihn berufen sich alle so genannten „Herren-Rassen“, die die Unterdrückung anderer rechtfertigen mit dem Argument eigener Tüchtigkeit. Antwort: Die Liebe Christi rettet uns vor der Unmenschlichkeit des Menschen. In allen Kriegen, in allen Hunger-Katastrophen, die von Menschen herbeigeführt oder zugelassen werden, zeigt sich der Wahnsinn des Bösen. Gott aber schaut, wo Menschen seiner Liebe treu geblieben sind, wo sie seinen Frieden und seine Gerechtigkeit ausbreiten.
Zweiter Einwand: Opium des Volkes – zugegeben auch Protest gegen das Elend – sei diese Religion, sagt Karl Marx (1818-1883). Antwort: Ganz im Gegenteil: Das weiche Wasser höhlt den Stein. Und durch Beton dringt die zarte grüne Pflanze. Wo das Evangelium von Gottes kommendem Reich erklingt und Menschen zu Trägern der Gerechtigkeit macht, beginnen die steinernen Pfeiler ungerechter Ordnungen zu wackeln. Im Unrecht das Recht, gegenüber dem Bösen das Gute tun, damit beginnt Gottes Herrschaft neu. Ein Beispiel hat Martin Luther King (1929-1968) gegeben, der Widerstand gegen das Unrecht ohne Gewalt praktizierte. Er sagte zu seinen Peinigern: „Wir werden nicht aufhören, euch zu lieben. Macht mit uns, was ihr wollt! Die Liebe wird siegen. Das Leiden Christi hat erlösende Kraft. Wenn wir in seinen Spuren bleiben, wird vielleicht auch das unsere Leiden daran teilhaben.“
Aus der Gnade Gottes leben – Gottes Gnade in friedfertigem Verhalten widerspiegeln – eine Lebenswende, die der Apostel in seinem Brief vergleicht mit der Heimkehr von Schafen zu ihrem Hirten. Zu solch behütetem Leben möge der Heilige Geist uns führen!
Amen.
Predigt über 1. Petr. 2, 21-25, Sonntag Misericordias Domini, 18. April 2010,
Arche Noah Kirche, Bünde
