
Zeichnung aus Gott ist die Liebe. BIBLIA PAUPERUM
Bibelzeichnungen von Tadeusz. T. Głuszko
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Wie rede ich mit mir und anderen?
Ein
Unterstützungsangebot für den Alltag
Sich selbst und
Andere zu schätzen – das ist die Voraussetzung für Verbindung
und
erfolgreiches Handeln.
In Konflikt- oder
Krisensituation allerdings verlieren wir schnell den Kontakt,
weil es
in unserer Kultur viel vertrauter ist, den anderen oder uns selbst
abzuwerten.
Die
wertschätzende Kommunikation – nach dem Modell der Gewaltfreien
Kommunikation
von Marshall Rosenberg – konzentriert sich auf das, was uns
wichtig
ist. Sie ist ein Mittel, um in einfühlsamen Kontakt mit uns selbst und
mit
anderen zu kommen, Beziehungen befriedigender zu gestalten und
Konflikte mit
Gewinn für alle Beteiligten zu lösen.
beruflichen Alltag anwendbar und von Menschen jeden Alters erlernbar.
Frieden beginnt in uns selbst. Damit meine ich nicht, dass wir uns zuerst von all
unseren inneren gewaltvollen Erfahrungen befreien müssen, bevor wir nach
außen auf die Welt schauen oder auf einer höheren Ebene am sozialen Wandel
mitwirken können. Was ich meine ist, dass wir diese Dinge gleichzeitig tun
müssen. (Mehr... siehe unten, bitte scrollen!)
Die "Gewaltfreie Kommunikation" ist eine von Marshall B. Rosenberg
entwickelte
Kommunikations- und Konfliktlösungsmethode, welche die
Anliegen aller am
Konflikt Beteiligten aufspüren und zu
berücksichtigen versucht, um somit eine
positive Bearbeitung von
Konflikten zu ermöglichen. Rosenberg bezeichnet die
Gewaltfreien
Kommunikation auch "language of the heart“ oder
"Giraffensprache“,
denn die Giraffe als Symboltier ist das Landtier mit dem
größten
Herzen. Wer gelernt hat, eher "giraffisch“ zu kommunizieren, erlebt im
Konfliktverlauf
viele positive Veränderungen, z.B. ein verbessertes Verständnis
auf
beiden Seiten, Transparenz von Absichten und Motiven, so dass eine
Abwehrreaktion
oder gar Aggression unnötig wird. In der gewaltfreien
Kommunikation
wird ausgedrückt, was einen bewegt und was man möchte
(Selbstbehauptung)
und empathisches Zuhören, wie es der anderen Person
geht und was sie
möchte (Einfühlung). Diese beiden Prozesse bilden das
wesentliche
Merkmal der Gewaltfreien Kommunikation. Dabei geht es weder
darum die
eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellten, noch die Bedürfnisse
anderer
Menschen zu unterdrücken: Marshall Rosenberg: "Das Ziel dieses
Prozesses
ist der Ort, an dem alle Bedürfnisse erfüllt sind."
In jedem
Gespräch sollten vier Komponenten (Beobachtungen, Gefühle,
Bedürfnisse,
Bitten) klar ausgesprochen und verstanden werden, wobei es
wichtig
ist, Beobachtungen nicht mit Bewertungen zu vermischen, in Kontakt zu
den
Gefühlen zu kommen, Bedürfnisse zu erkennen und Bitten mit treffenden
Worten
zu äußern. Fortsetzung, siehe unten.
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Die fünf Stadien der einfühlsamen Vergebung
Erste Stadium: Bewusstheit
Jede von Einfühlung inspirierte Erfahrung beginnt notwendigerweise mit der Erinnerung daran, dass unsere Wahrnehmungen von unseren Erfahrungen und den Deutungen dieser Erfahrungen begrenzt sind. Die Welt ist unendlich komplex und wir können nur immer Teile davon erfassen.
„Wir können von allem immer nur die Hälfte sehen“, erinnert die Psychologin Alice O. Howell aus der Schule von C.G. Jung. „Die andere Hälfte ist die Bedeutung, die wir dem Gesehenen geben.“
Zweites Stadium: Suche
Indem wir unsere Grenzen anerkennen, suchen wir danach, mehr zu erfahren. Im Prozess der Vergebung fordert die Einfühlung uns auf, immer weiter zu suchen, auszuwählen und zu sichten: Was kann ich noch lernen? Wo ist meine blinde Stelle? Worin bestehen meine Vorbehalte? Was hindert mich daran zu verstehen?
Drittes Stadium: Aus sich herausgehen
Während wir suchen, fangen wir an, aus uns heraus und auf andere zuzugehen. Die Einfühlung erlaubt es uns, am Leben der anderen teilzunehmen, zu fühlen, was sie fühlen, zu denken, was sie denken. Im aktiven Bemühen, uns die Sichtweise unseres Gegenübers anzueignen, lassen wir uns gehen und geben unser Weltbild auf (wohl wissend, dass es notwendigerweise begrenzt ist).
Viertes Stadium: Veränderung
Wenn wir die Welt der anderen betreten und uns ihre Gedanken und Gefühle angeeignet haben, kehren wir verwandelt zurück. Nach jedem empathischen Austausch verändern wir uns und wachsen über uns selbst hinaus. Dieser erweiterte Blickwinkel zeigt uns Dinge, die wir noch nie zuvor gesehen haben; zu dieser neuen Sichtweise gehört auch die Erfahrung der Vergebung.
Fünftes Stadium: Hingabe
Indem wir begreifen, dass unsere Geistesverfassung unweigerlich mit den Erfahrungen der anderen verbunden ist, geben wir uns der Gemeinschaft hin. In Afrika heißt dieser Prozess der Hingabe an das Ganze ubuntu, was ein Gefühl des Einsseins mit der Welt bedeutet. Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu erklärt es folgendermaßen:
„Ubuntu... spricht die Essenz des Menschen an ... meine Menschlichkeit ist in deiner Menschlichkeit gefangen, denn wir sagen, dass ein Mensch ein Mensch ist durch andere Menschen. In unserem afrikanischen Selbstverständnis messen wir dem Frieden und der Harmonie in der Gemeinschaft große Bedeutung bei. Alles, was diese Harmonie zu untergraben versucht, ist schädlich, und zwar nicht nur für die Gemeinschaft, sondern für uns alle, und deshalb ist Vergebung eine absolute Notwendigkeit für den Fortbestand der Menschheit.“
Vergebung ist der endgültige Akt des Verbundenseins. Ich vergebe dir, weil ich du bin. Ich vergebe mir. Ich vergebe mir, ich vergebe der Welt.
Stressbewältigung durch Achtsamkeit
(Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR)In der Übung der Achtsamkeit wendet man sich der Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks unmittelbar zu, unabhängig davon, ob diese Erfahrung als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Man betrachtet aufmerksam das, was tatsächlich vorhanden ist, ohne sich in Widerstände, Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplanungen zu verstricken.
Eine achtsame Haltung gegenüber dem Leben und der Erfahrung im jetzigen Augenblick ermöglicht ein tiefes Verständnis unserer Bedürfnisse, Motive und Wünsche. Wir können klare Einblicke in unsere gewohnheitsmäßigen, wie auch unangemessenen Reaktionen gewinnen. Der daraus folgende Prozess der Klärung und des Ordnens erleichtert die Entwicklung neuer Perspektiven in schwierigen Situationen, und den Umgang mit belastenden Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Auf diese Weise wirkt die Praxis der Achtsamkeit heilsam.
Eine achtsame Lebensweise ist jedem Menschen möglich, völlig unabhängig von Religion oder Kultur sowie geistigen, emotionalen oder körperlichen Voraussetzungen.
Sie kommen aus Ihren spezifischen Lebenszusammenhängen mit verschiedenen Problemen? Sie haben keine oder wenig Erfahrung mit Achtsamkeit und Meditation, doch teilen alle den Wunsch, mit Herausforderungen zufriedenstellender umgehen zu können, ihre inneren Ressourcen zu mobilisieren und auch in schwierigen Zeiten gelassen und zuversichtlich zu leben!
Ein wesentlicher Bestandteil des MBSR-Programmes ist es, dass Sie bereit sind, täglich Achtsamkeitsübungen zu praktizieren. Das Programm enthält folgende Übungselemente:
· die Einübung achtsamer Körperwahrnehmung (Body-Scan)
· das sanfte und achtsame Ausführen einer Anzahl von Yogastellungen
· das Kennenlernen und Einüben des "Stillen Sitzens" (Sitzmeditation)
· das achtsame Ausführen langsamer Bewegungen etwa in der Form der traditionellen Gehmeditation
· eine dreiminütige Achtsamkeitsübung (Breathing-Space)
· das Üben Achtsamkeit auch bei alltäglichen Verrichtungen aufrecht zu halten.
MBSR wurde 1979 von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn und seinen MitarbeiterInnen an der Universitätsklinik von Massachusetts entwickelt und an der in diesem Zusammenhang gegründeten "Stress Reduction Clinic" angewendet und evaluiert.
MBSR wurde zu Beginn überwiegend Menschen mit chronischen körperlichen Erkrankungen angeboten. Heute wird es darüber hinaus zur Vorbeugung von stressbedingten Erkrankungen und zur Unterstützung bei der Entwicklung gesundheitsförderlicher Lebensführung eingesetzt.
www.mbsr-verband.org/was-ist-mbsr.html
GEWALTFREIE KOMMUNIKATION
nach Marshall B. Rosenberg
Wenn uns jemand mit Worten angreift, neigen wir dazu, uns zu verteidigen und
zurückzuschlagen. Doch das so entstehende Wortgefecht bringt meist keine
Seite ihrem Ziel näher, sondern belastet oder zerstört eher die Beziehung der
Gesprächspartner, die plötzlich zu Gesprächsgegnern geworden sind. Bei der
gewaltfreien Kommunikation verzichtet man auf Angriffe und konzentriert sich
auf die Gefühle und Bedürfnisse, die den oft unbedachten Äußerungen des
anderen zu Grunde liegen.
Häufig richten Menschen in ihrer Kommunikation die Aufmerksamkeit darauf,
was andere falsch machen bzw. was "verkehrt" an ihnen ist. Der
Ausgangspunkt all dieser Verhaltensweisen ist häufig eine negative Bewertung
der anderen Person oder ihres Verhaltens. Menschen sehen den Grund für ihre
aufkommenden Gefühle daher in den Handlungen der Anderen, woraus im
negativen Fall Ärger, Frustration, Ohnmacht oder Hilflosigkeit entstehen, die
dann reflexartig mit Vorwürfen, Kritik, Drohungen u.ä. abgewehrt werden. Die
üblichen Reaktionen der Gesprächspartner/innen sind wiederum
Rechtfertigung, Gegenangriff, Beleidigt sein und Rückzug. Eine Spirale, die egal
ob in Beziehungen, im Beruf oder der Politik, mit Streit und Krieg endet.
Marshall Rosenberg, Vertreter der gewaltfreien Kommunikation, bezeichnet
eine aggressige Sprache als Wolfssprache, die dazu führt, dass sich der andere
schlecht fühlt, sich wehrt oder ausweicht. Laut Rosenberg verursacht diese
Kommunikation gegenseitige Aggression und ist gekennzeichnet durch
• Analyse: „Wenn du das beachtet hättest ...“
• Kritik: „So ist das falsch, das macht man so ...“
• Interpretationen: „Du machst das, weil. ...“
• Wertungen: „Du bist klug, faul, du liegst richtig, falsch ...“
• Strafandrohungen: „Wenn du nicht sofort, dann ...“
• Sich im Recht fühlen
In der gewaltfreien Kommunikation richtet man die Aufmerksamkeit dagegen
darauf, was einem wichtig ist und vermeidet in der Kommunikation alles, was
beim Gegenüber als Bewertung, Beschuldigung, Kritik oder Angriff ankommen
könnte - daher die Bezeichnung "gewaltfreie Kommunikation".
Was können wir in einem Gespräch, in einem Konfliktverlauf oder einfach in
einer Begegnung zwischen Menschen genau beobachten – und welche Schlüsse,
welche Bewertungen folgen daraus? Meistens vermischen wir Beobachtung und
Bewertung sehr flott – und leisten damit einer Gewalt-Sprache unbewußt
Vorschub.
In jedem Gespräch sollten vier Komponenten (Beobachtungen, Gefühle,
Bedürfnisse, Bitten) klar ausgesprochen und verstanden werden, wobei es
wichtig ist, Beobachtungen nicht mit Bewertungen zu vermischen, in Kontakt zu
den Gefühlen zu kommen, Bedürfnisse zu erkennen und Bitten mit treffenden
Worten zu äußern.
Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation
Anklagen, Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen und der Großteil der
aggressiven Sprache sind nach den Grundideen der gewaltfreien
Kommunikation so etwas wie "verkappte Wünsche". Weil wir nicht gelernt
haben, richtig zu bitten, unsere Wünsche konstruktiv - und vor allem in einer
annehmbaren Form zu äußern, greifen wir zur aggressiven Sprache. Jede
Aggression ist Ausdruck der eigenen Schwäche – weil wir unbewußt meinen,
nur durch Macht, Stärke und Drohung zur Erfüllung unserer Bedürfnisse zu
kommen.
Doch genau das ist der Trugschluß: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein
Wunsch erfüllt wird steigt, wenn er ohne Anklage, Schuldzuweisung, Kritik (oder anderer
Stachelwörter) präsentiert wird. Bei Anklagen, Kritik etc. muss sich Empfänger
automatisch in Verteidigungshaltung begeben (um seinen Selbstwert und
positives Selbstbild zu schützen) – oder selbst aggressiv werden. Aggression
erzeugt immer Gegenaggression und selten Unterwerfung. Dabei ist nichts
Schlechtes und nichts Lebensfremdes dabei, Bedürfnisse zu haben, die durch
Handlungen oder Worte der Mitmenschen erfüllt werden können. Wir alle leben
in wechselseitiger Abhängigkeit – und es ist nur natürlich, um das zu bitten,
"was das Leben bereichert“ – wie es Rosenberg formuliert. Im Mittelpunkt steht
dabei die Frage "Wer hat welche Bedürfnisse und wie sind sie im Einklang
miteinander zu erfüllen?" Die gewaltfreie Kommunikation soll es ermöglichen,
einen kreativen Dialog zu beginnen, um eigene zufriedenstellende Lösungen zu
finden. In der gewaltfreien Kommunikation richtet sich die Aufmerksamkeit auf
folgende Bestandteile bzw. Schritte:
• Beobachten statt Bewerten oder Interpretieren.
• Gefühle wahrnehmen und benennen.
• Bedürfnisse wahr- und ernstnehmen.
• Auf der Grundlage der Bedürfnisse klare und erfüllbare Bitten äußern.
Ein Unterstützungsangebot für den Alltag
Sich selbst und Andere zu schätzen – das ist die Voraussetzung für Verbindung
und erfolgreiches Handeln.
In Konflikt- oder Krisensituation allerdings verlieren wir schnell den Kontakt,
weil es in unserer Kultur viel vertrauter ist, den anderen oder uns selbst
abzuwerten.
Die wertschätzende Kommunikation – nach dem Modell der Gewaltfreien
Kommunikation von Marshall Rosenberg – konzentriert sich auf das, was uns
wichtig ist. Sie ist ein Mittel, um in einfühlsamen Kontakt mit uns selbst und mit
anderen zu kommen, Beziehungen befriedigender zu gestalten und Konflikte mit
Gewinn für alle Beteiligten zu lösen.
Die wertschätzende Kommunikation ist sowohl im persönlichen und im
beruflichen Alltag anwendbar und von Menschen jeden Alters erlernbar.
Frieden beginnt in uns selbst. Damit meine ich nicht, dass wir uns zuerst von all
unseren inneren gewaltvollen Erfahrungen befreien müssen, bevor wir nach
außen auf die Welt schauen oder auf einer höheren Ebene am sozialen Wandel
mitwirken können. Was ich meine ist, dass wir diese Dinge gleichzeitig tun
müssen.
Marshall B. Rosenberg Ph.D.
Nonviolent Communication
A Language of Life