Ich bin da.
DU bist da.
Ewige Gegenwart.
(Walter Habdank)
Wo ich gehe – Du! Wo ich stehe – Du!
Nur Du, wieder Du, immer Du! - Du, Du, Du!
Ergeht’s mir gut – Du! Wenn’s weh mir tut – Du!
Nur Du, wieder Du, immer Du! - Du, Du, Du!
Himmel - du, Erde - du, oben - Du, unten- Du
wohin ich mich wende, an jedem Ende:
Nur Du, wieder Du, immer Du! - Du, Du, Du!
Teilhaben und Einswerden:
Sein
in Christus!
Heute durch ihn und in ihm
leben, heilen –
leiden, sterben– und mit ihm auferstehen.
Ihn möchte ich erkennen
und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden
und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur
Auferstehung von den Toten.
Gott hat ihn erhöht und hat ihm den
Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich
beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter
der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der
Herr ist. –
Er sitzt zur Rechten Gottes und wird wiederkommen in
Herrlichkeit.
Unsere kleinen Taten
Darum wird auch durch unsere kleinen Taten, in denen wir nicht zwischen Gebet und Aktion unterscheiden können, die Liebe zu Gott und die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern vollkommen eins.
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Dann wird das Leben ein Fest.
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Was immer wir zu tun haben: einen Besen oder eine Füllfeder in der Hand haben. Reden oder schweigen, etwas flicken oder einen Vortrag halten, einen Kranken pflegen oder auf der Schreibmaschine schreiben:
All das ist nur die Rinde einer herrlichen Realität: die Begegnung der Seele mit Gott, die sich in jeder Minute erneuert, in jeder Minute an Gnade zunimmt, immer schöner wird für ihren Gott.
Es läutet? Schnell, aufmachen! Es ist Gott, der uns lieben kommt.
Eine Auskunft? Bitte sehr. Gott ist es, der uns entgegen kommt.
Es ist Zeit, sich zu Tisch zu begeben? Gehen wir: Es ist Gott, der uns lieben kommt. Lassen wir ihn gewähren.
Immerfort
Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand.
Das ist meine Wahrheit und Freude.
Immerfort blickt mich Dein Auge an,
und ich lebe aus Deinem Blick,
Du mein Schöpfer und mein Heil.
Lehre mich in der Stille Deiner Gegenwart
das Geheimnis zu verstehen, dass ich bin.
Und dass ich bin für Dich, durch Dich und in Dir.
Du bist in meinem Atmen, die Luft zum Leben.
Du bist über mir und neben mir, zur Rechten und zur Linken
und unter mir.
Umgibst und schützt mich von allen Seiten.
Du bist in meinem Herzen, Sitz meines Lebens.
Jeder Herzschlag vergewissert:
Ich in Dir – Du in mir.
Amen.
Du bist in allen Dingen
an allen Seiten, zu allen Zeiten.
Du bist über allen Dingen.
Du bist unter allen Dingen,
alle Dinge sind auf dich gegründet.
Du bist zuinnerst aller Dinge,
denn du bist aller Dinge innerster Kern
und verborgene Kraft
und gibst ihnen ihr Wesen.
Du bist außerhalb der Dinge,
denn dich kann kein Ding begreifen
noch irgendeine Kreatur beschließen;
in dir sind alle Dinge beschlossen,
denn du bist aller Dinge Urbild
und lebendiger Bildhauer,
in dem je alles lebte,
was ist oder war oder wird.
Du bist ihr Herr, du bist ihr Diener,
du bist ihr Vater, du bist ihre Mutter,
du bist ihr Kind, du bist ihr Bruder,
du bist ihr liebender Gemahl.
(David von Augsburg)
Wie aber soll ich Gott lieben?
Du sollst ihn lieben, wie er ein Nichtgott, ein Nichtgeist, eine Nichtperson, ein Nichtgestaltetes ist:
vielmehr nur lautere, pure, klare Einheit, aller Zweifel fern.
Und in diesem Einen sollen wir ewiglich versinken vom Sein zum Nichts.
Dazu helfe uns Gott.
Gott ist gegenwärtig
Gott ist gegenwärtig; lasset uns anbeten,
Und in Ehrfurcht vor ihn treten!
Gott ist in der Mitte; alles in uns schweige
Und sich innigst vor ihm beuge!
Wer ihn kennt, Wer ihn nennt,
Schlagt die Augen nieder.
Kommt, ergebt euch wieder!
Majestätisch Wesen, möcht’ ich recht dich preisen
Und im Geist dir Dienst erweisen!
Möcht’ ich wie die Engel immer vor dir stehen
Und dich gegenwärtig sehen!
Laß mich dir Für und für
Trachten zu gefallen,
Liebster Gott, in allen!
Aller Dinge Grund und Leben.
Meer ohn’ Grund und Ende, Wunder aller Wunder,
Ich senk mich in dich hinunter.
Ich in dir, Du in mir,
Laß mich*** ganz verschwinden,
Dich nur sehn und finden!
* Jer. 21,34 ** Apg. 17,28 *** Gal. 2,20
Herr, berühren mein Gesichte!
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
Und der Sonne stille halten,
Laß mich so Still und froh
Deine Strahlen fassen
Und dich wirken lassen!
Dir ein Heiligtum noch werden;
Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre,
Daß ich dich stets lieb’ und ehre!
Wo ich geh’, Sitz und steh’,
Laß mich dich erblicken
Und vor dir mich bücken!
Die Luft ist in uns und wir sind in der Luft;
Gott ist uns unendlich näher;
wir leben und schweben in Gott,
wir essen, trinken und arbeiten in Gott;
wir denken Gott;
und wer Sünde tut
(erschrick nicht, dass ich so rede),
der sündigt in Gott.
großer gott klein
großer gott: uns näher als haut oder halsschlagader
kleiner als herzmuskel zwerchfell oft: zu nahe zu klein - wozu dich suchen?
wir deine verstecke.
Gebet
Vertrauen auf die Führung Jesu
Jesus geh voran, auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen, führ uns an der Hand bis ins Vaterland.
Soll's uns hart ergehn, lass uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemal über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu Dir.
Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden; O so gibt Geduld zu beiden. Richte unser Sinn auf dein Kommen hin.
Ordne unsern Gang, Jesus, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöt'ge Pflege. Tu uns nach dem Lauf Deine Türe auf.

(Joachim Domning, Vituswerk Meppen)
Herr, wie du willst, soll mir
geschehn
Herr, wie du willst, soll mir geschehn,
Und
wie du willst, so will ich gehen.
Hilf mir, deinen Willen nur
verstehen.
Herr, wann du willst, dann ist es Zeit.
Und wann du
willst, bin ich bereit.
Heut und in alle Ewigkeit.
Herr, was
du willst, das nehm ich hin.
Und was du willst, ist mir Gewinn.
Genug,
dass ich dein eigen bin.
Herr, weil du’s willst, so ist es gut.
Und
weil du’s willst, so hab ich Mut.
Mein Herz in deinem Willen ruht.
Der dunkle Gott und die unbegreifliche Schöpfung
Gott lässt sich erfahren, aber er entzieht sich immer wieder unserer Erfahrung. Oft genug ist er auch der Nicht-Erfahrbare, das unbegreifliche Geheimnis...
Wer Gott mit seiner ganzen Existenz sucht, muss sich solchen Fragen stellen. Aber mit all seinen Fragen wird er immer wieder an das unbegreifliche Geheimnis geraten, das er hoffend und liebend als Gott anbetet.
... Die Gottesfinsternis ist aber nicht nur ein Kennzeichen unserer Zeit.
In dieser „dunklen Nacht“ (Johannes vom Kreuz) nimmt Gott selbst uns in seine Schule. Er zwingt uns, unsere Projektionen und Bilder von Gott zu unterscheiden. Er läutert uns immer mehr, damit wir nicht mehr unseren eigenen Vorstellungen von Gott nachlaufen, sonder uns dem ganz anderen Gott öffnen, der jenseits unserer Sinne ist.
... Auf der einen Seite brauchen wir Bilder von Gott, auf der anderen Seite müssen wir sie hinter uns lassen, um uns für Gott als dem Unbeschreiblichen und Unbegreiflichen zu öffnen.
In der dunklen Nacht erfahren wir auch etwas. Aber was wir erfahren, ist nur der dunkle Schatten Gottes. Wir stoßen da auf den nackten Glauben, der auch noch die Erfahrung übersteigt, der durchdringt, auch wenn wir nichts erfahren.
... In der aktiven Nacht des Geistes besteht unsere Aufgabe darin, uns von den Fixierungen unseres Geistes zu lösen, also von ganz bestimmten Gottesbildern und spirituellen Methoden und Formen.
Die Nach des Geistes will uns von den Fesseln unseres reiligiösen Ichs befreien, das selbst Gott für sich benutzen möchte.
Nach der aktiven Nacht kommt die passive Nacht der Sinne. Der Mensch spürt sein Unvermögen, Gotteserfahrung herbei zu führen. Er muss alle seine Aktivitäten lassen.
Gott selbst übernimmt die Reinigung der Seele. Der Mensch kann sich nur Gott überlassen, damit er ihn in der Tiefe des Seelengrundes von allem egoistischen Habenwollen befreit. In der passiven Nacht des Geistes erfährt der Mensch Gottes Nähe als Dunkelheit. Und in der Dunkelheit Gottes entdeckt er die Finsternis seiner Seele, die Schmutzflecken seiner maßlosen Eigenliebe.
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Die dunkle Nacht ist offensichtlich die Voraussetzung dafür, dass unser Einswerden mit Gott nicht zu einer „Inflation“ wird, dass wir Gott nicht dazu benutzen, uns besser zu fühlen. Wir können nur mit Gott eins werden, wenn wir in der Dunkelheit der Nacht alle eigenen Projektionen und unseren Eigenwillen lassen.
...so lädt mich die Erfahrung der dunklen Nacht ein, in die Dunkelheit der eigenen Seele hinab zu steigen, damit Gottes Licht meine Finsternis erhellen kann. Sie zwingt mich, mit der eigenen Dunkelheit in Berührung zu kommen. Erst dann werde ich wieder fähig, Gott zu erfahren. Die Alten nannten diesen Hinabstieg in das Schattenreich der eigenen Seele Demut „Humilitas“ = Demut meint den Mut, die eigene Erdhaftigkeit, den Schmutz und das Dunkle des eigenen Herzens anzunehmen. Nur dann wird mir Gott in seiner Fülle aufgehen.
SOLO DIOS – BASTA
O mein Herr,
was immer Du von dieser Welt
für mich bestimmt hast,
gib es Deinen Feinden,
und welchen Anteil an der nächsten Welt
Du mit geben willst,
gib ihn Deinen Freunden –
Du bist genug für mich.
(Rabi’a Al Adawiya)
~
Gott, wenn ich dich aus Furcht vor der Hölle verehre,
verbrenn mich in der Hölle.
Und wenn ich dich in Hoffnung auf das Paradies verehre,
schließ mich aus vom Paradies.
Aber wenn ich dich um deiner selbst willen verehre,
dann versage mir deine ewige Schönheit nicht!
(Rabi’a Al Adawiya)
