(Walter Habdank)


Auch Buße gehört zu den Auswirkungen des kontemplativen Gebetes.


Wenn wir vor Gott stehen und es zulassen, dass wir Ihn erkennen, dann werden wir auch uns erkennen.
Aber es bleibt auch diese Frucht des kontemplativen Gebetes – das Erkennen – eine Gnadengabe.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir heute oft neu lernen müssen, was Buße nach biblischem Verständnis ist – und vor allem – was es nicht ist.
Buße ist nach m. E. nicht das “kleine Brötchen backen”, Selbstkasteiung oder irgend eine Form von ( Selbst – / Gottes-) Bestrafung.
Es ist das Zusammenspiel mehrere Faktoren.
An Hand von Gleichnissen und Berichten aus der Bibel, lässt es sich am einfachsten verstehen, wie z. B.:


Lukas 15,11-32

Der verlorene Sohn

Der Sohn will seinen eigenen, freigewählten Weg gehen und der Vater gibt ihm auch alles, was der Sohn sich dafür als Start, wünscht. Der Sohn verfügt über das gewünschte nach eigenem Ermessen und kommt dadurch in große Schwierigkeiten.
Er versucht eine ihm logische Lösung und lebt mit den Konsequenzen seiner Entscheidung und landet dadurch noch tiefer im Elend und leidet an seinen Entscheidungen.
Erst als der Sohn aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Elend seines Zustandes raus weiß und sich auch ehrlich eingesteht, warum er in diesem Zustand ist, es nicht beschönigt und es beim Namen nennt, kann er einen Ausweg wahr nehmen.
Er geht seinen Weg zurück, zum Ursprung seiner ersten Entscheidung – die Entscheidung vom Vater wegzugehen – und benennt auch dort noch ehrlich seinen Weg und sein Elend. Auch dort beschönigt und relativiert er nichts.
Er sagt es dem Vater allein, aber der Weg ist für alle sichtbar.
Er nimmt vom Vater das an, was er gibt, auch wenn es nicht das ist, was er erwartet hat.
Er lebt mit den Konsequenzen seines Tuns, dem Neid und dem Unverständnis seines Bruders, und bleibt beim Vater.




Walter Habdank


Lukas 19,2-10

Zachäus

Zachäus hat den Drang Jesus zu sehen, wenn auch erst mal von Ferne, aber das reicht Jesus, um ihn anzusprechen.
Zachäus lässt sich von Jesus ansprechen und nimmt ihn zu sich auf, obwohl viele um ihn herum Anstoß nehmen, da er nach deren Meinung offensichtlich nicht die Voraussetzungen für Jesu Gegenwart hat.
Jesu Gegenwart bringt Zachäus selbst zur Erkenntnis, was er ändern will. Jesus fordert nichts von ihm.
Zachäus nennt offen, was er ändern will, ist offen für Erkennen von Schuld und verspricht, sie dort, wo er es erkennt, auch wieder zu bereinigen.
Jesus reicht dieser Wille, um ihn das Heil und die Gnade zuzusagen.
Es sind beidesmal die gleichen Grundmuster.
Erkennen – Benennen – Vergebung – Handeln,
sich ändern lassen, auf Gott hin umformen lassen - das ist Buße.

Dorothee Matthias




Das Leben ist nicht ein Fromm­sein, son­dern ein Fromm­werden,
nicht eine Gesund­heit, son­dern ein Gesund­werden,
nicht ein Sein, son­dern ein Werden,
nicht eine Ruhe, son­dern eine Übung.
Wir sind's noch nicht, wir werden's aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles, es rei­nigt sich aber alles.

(Martin Luther)