Mit dem Alltag beten


Was für die großen Ereignisse des Lebens spontan einleuchtet, gilt jedoch in gleicher Weise für jede noch so kleine Begebenheit des Alltags. Nichts ist gottfern. Gottes Gegenwart ist eine Grunddimension aller Wirklichkeit, die Tiefe hinter dem Bild unseres Lebens. Es lohnt, „Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden“ (Ignatius von Loyola).


Gott im Alltag?

Allerdings: Nichts, was ist, ist Gott. Das, was geschieht, einfachhin mit dem Wirken Gottes gleich zu setzen, ist Aberglaube und nicht selten Fundamentalismus. ...
Die Erfahrung A.Delps., der formuliert: „Die Welt ist Gottes so voll“, ist ebenso unwiderlegbar richtig, wie der harte Materialismus, der auch das höchste mystische Erhobensein noch schlüssig auf neuronale Prozesse in der Hirnrinde zurückführen kann.

Jedes „den Alltag beten“ muss immer gewahr sein, dass sich sowohl das Ist-gleich-Zeichen zwischen Wirklichkeit und Gottes Wirken, als auch die Gott ausschließende Klammer um die innerweltliche Wirklichkeit, verbieten. Gott und Welt sind nicht eins und nicht zwei. ...

Es gelingt zunehmend leichter, die schwebende Balance zwischen „weder-noch“ und „zugleich“ zu bewahren und das gibt die notwendige Sicherheit, um ein wenig mehr zu riskieren: Gott ein wenig größer sein zu lassen im eigenen Leben, ihn ein wenig mehr im Konkreten zu suchen, mit seiner Initiative zu rechnen, ihm praktische Fragen und Probleme ans Herz zu legen.

Gegen alle scheinbar einfachen Lösungen verdient Gottes Gegenwart im Alltag die sorgsame und geduldige Arbeit des Unterscheidens. Diese Arbeit leistet zu allererst Gott selbst in uns und für uns. Die Erfahrung zeigt, dass wann immer Ihm fortlaufend Dinge und Wirkungen zugeordnet werden, die nicht in seinem Sinne sind, er durch das Wechselbad von Stimmigkeit und schalem Nachgeschmack, aber auch immer wieder durch „laute“ Impulse versucht, eine Kurskorrektur anzustoßen. Frage und Kriterien geistlicher Unterscheidung, die nach einiger Erfahrung mit der Grundübung „Alltag beten“, hinzutreten, können zusätzlich hilfreich sein.

aus: "Mit dem Alltag beten", dkv


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Die Liebe Gottes - Gott lieben


GLAUBENSBEKENNTNIS der Juden

שמע ישראל יהוה אלהינו יהוה אחד

Schma jisrael adonaj elohenu adonaj echad.

Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.

(Dtn. 6, 4 .5)


Das Schma Jisrael (hebr. "Höre Israel“) ist das wichtigste jüdische Gebet überhaupt. Es ist das jüdische Glaubensbekenntnis an den Einen Gott und besteht aus den drei Tora-Abschnitten 5. Buch Moses 6:4-9, 11:13-21 und 4. Buch Moses 15:37-41 zusammen. Das Schma Jisrael wird mehrmals am Tag gesagt - angefangen vom Aufstehen am Morgen bis zum Schlafengehen am Abend. Es ist das erste Gebet, das ein jüdisches Kind lernt, und es sind die letzten Worte, die viele Juden vor ihrem Tod sagen. Das Schma Jisrael ist in den Tefillin und in der Mesusa enthalten.




Das christliche Zitat

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst. 

Matth. 22, 37



Das Kreuz


Im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht das Zeichen des Kreuzes als Mahnung nicht nur für die Peiniger Jesu, sondern für alle Menschen, die einander Gewalt antun und aneinander schuldig werden. Jesus stirbt als Gerechter einen unschuldigen Tod; Gott verzichtet auf Gegengewalt oder Rache, nimmt Leid und Tod stellvertretend auf sich, er offenbart sich im Gegenteil dessen, was Menschen von Gott gewöhnlich erwarten – in Ohnmacht statt in Allmacht, in der vorläufigen Niederlage statt in Triumph und Sieg. Das Kreuz, das zum Erkennungszeichen des Christentums überhaupt geworden ist, bedeutet keine Todesverherrlichung, sondern dass Gott Herr über Leben und Tod ist und daher keine noch so schreckliche Situation die Gegenwart Gottes grundsätzlich ausschließt.

(Quelle: Die christliche Matrix, Heine / Pawlowsky)







Das Glaubensbekenntnis


Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Das Bekenntnis von Nizäa - Konstantinopel aus dem Jahr 381 



Glaubensbekenntnis aus dem Gefängnis


Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum (Schicksal) ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer, Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft





Modernes christliches Glaubensbekenntnis


Ich glaube an Gott den Vater. Er liebt mich, wie ein Vater und eine Mutter. Er hat mich und alles in der Welt geschaffen. Jeder Teil dieser Welt ist darum heilig und es gibt keinen Ort ohne Gott.

Ich vertraue darauf, dass er immer und überall für mich da ist.

Ich glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn für uns. Er hat alle Menschen liebevoll als Geschwister und Freunde angenommen und geheilt. Für ihn war die Liebe das Wichtigste. Er hat uns wirklichen Frieden gebracht. Er hat mit uns gelitten, ist am Kreuz gestorben und wurde wie wir begraben. Doch Gott hat ihn auferweckt und den Tod auch für uns besiegt. Er ist zu seinem Vater im Himmel aufgefahren. Jesus lebt!

Ich vertraue darauf, dass er mich im Leben führt.

Ich glaube an den Heiligen Geist. Er ist Jesu, Gottes guter Geist, und zeigt uns seinen Willen, gibt Mut und Kraft zum Leben. In der Taufe ist mir Gottes Geist zu einem neuen Sein geschenkt. Er verbindet uns untereinander und wirkt überall dort, wo wir einander vergeben: Ich glaube an Gottes neue Welt, die sich auf solche Weise schon hier und jetzt manifestiert.

Ich vertraue darauf, dass Gottes Geist mir heute mit großer Kraft beisteht. Er schenkt uns allen eine Heimat, das Leben für immer bei sich selbst in Herrlichkeit. Amen.



Credo

Ich glaube an gott
der die welt nicht fertig geschaffen hat
wie ein ding das immer so bleiben muss
der nicht nach ewigen gesetzen regiert
die unabänderlich gelten
nicht nach natürlichen ordnungen
von armen und reichen
sachverständigen und uniformierten
herrschenden und ausgelieferten
ich glaube an gott
der den widerspruch des lebendigen will
und die veränderung aller zustände
durch unsere arbeit
durch unsere politik

Ich glaube an jesus christus
der recht hatte als er
„ein einzelner der nichts machen kann“
genau wie wir
an der veränderung aller zustände arbeitete
und darüber zugrunde ging
an ihm messend erkenne ich
wie unsere intelligenz verkrüppelt
unsere fantasie erstickt
unsere anstrengung vertan ist
weil wir nicht leben wie er lebte
jeden tag habe ich angst
dass er umsonst gestorben ist
weil er in unseren kirchen verscharrt ist
weil wir seine revolution verraten haben
in gehorsam und angst
vor den behörden
ich glaube an jesus christus
der aufersteht in unser leben
dass wir frei werden
von vorurteilen und anmaßung
von angst und hass
und seine revolution weitertreiben
auf sein reich hin

Ich glaube an den geist
der mit jesus in die welt gekommen ist
an die gemeinschaft aller völker
und unsere verantwortung für das
was aus unserer erde wird
ein tal voll jammer hunger und gewalt
oder die stadt gottes
ich glaube an den gerechten frieden
der herstellbar ist
an die möglichkeit eines sinnvollen lebens
für alle menschen
an die zukunft dieser welt gottes
amen.